Na ja, zurück zur ersten Woche. Sie begann mit der Spielgruppe bei Emily - einem Mädchen aus Katrinas Klasse. Ihre Mutter verantstaltet in den Sommerferien jeden Montag bei sich zu Hause eine kleine Spielgruppe und hatte mich und alle drei Kiddies dazu eingeladen. Na, da sagt man doch nicht nein. ^^ War auch ganz cool, es waren noch 2, 3 andere Mütter mit ihren Kids da und alle waren 2 Stunden lang wunderbar beschäftigt. So muss das sein. Ich wurde von den Müttern natürlich, wie überall und immer, erstmal ausgefragt. "Woher kommst du? Aus Deutschland!? Oh cool, ich bin auch Deutsche. Naja, eigentlich waren meine Großeltern aus Deutschland. Ich kann sogar ein bisschen deutsch (an dieser Stelle werden immer die 3 Worte deutsch, die man kann zum besten gegeben) Wie alt bist du? Oooh, 20?! Du siehst viel jünger aus (na, vielen Dank -.-), Au pair? Was ist das? Noch nie gehört. Achsoooo, du wohnst IN dem Haus der Gastfamilie? Wirst du bezahlt? Und gehst du hier auch zur Schule? Ist bestimmt ne tolle Erfahrung. Wie lange bist du denn schon hier? Oh, das ist ja schon recht lange, warst du zu Weihnachten zu Hause? Nicht? Hast du kein Heimweh? Bewundernswert, ich hätte das nicht gekonnt in dem Alter. Oh, deine Eltern waren zu Besuch? Das ist ja schön, wo wart ihr denn überall? Aha, und wann gehts wieder nach Hause? Ach, schon fast fertig. Was machste denn dann da? Ahaaa, zur Uni, so so. Was studierst du denn? Mhmm, hört sich gut an. Wo genau in Deutschland wohnst du? Meine Großeltern kamen aus so und so. Kennst du nicht? Hm." Uuund so weiter und sofort, ich könnte das jetzt noch stundenlang weiterführen. Und das Schlimme ist, es ist überall das selbe. Man kommt irgendwo das erste mal hin und muss erstmal 5 Mio Fragen beantworten. Immer und immer wieder. Wird irgendwann ein bisschen langweilig. ^^
Nachdem sie dann alles über mich wussten, haben sie auch ein bisschen über sich erzählt. Die eine Mutter hat ihre Kinder doch tatsächlich "Ocean" und "Canyon" genannt!?!?!?!?! Oh mein Gott, wie kann man nur?? Wenn man seine Kinder nach Städten benennt ist das ja schon schlimm, aber Ocean und Canyon?? Die Amis... ^^
Als ich das Lori erzählte und sagte, dass ich die Mutter n bisschen seltsam fand meinte sie nur: "Hm. Ja, was erwartest du denn bei einem Menschen, der seine Kinder "Ozean" und "Schlucht" nennt? Ich will ja jetzt nicht urteilen, aber die hat bestimmt auch für Obama gewählt." :D :D :D
Achso. Ja, das ist natürlich völlig klar. Wenn man seinen Kindern komische Namen gibt, hat man selbstverständlich für Obama gewählt. Fand ich sehr geil! LOL
Am Dienstag Morgen sind wir in die Bücherei, wo wir auch wieder schön 2 Stunden rumgekriegt haben und am Mittwoch hatten wir Spielgruppe hier. Dieses Mal aber andere Kinder. Diese Spielgruppe hat Lori sozusagen gegründet...damit sich die Kids nicht langweilen und damit ich nicht die Krise kriege, sagt sie. ^^ Sie hat einfach ne Mail an ein paar Eltern von Kindern aus Annikas Klasse geschickt und damit den Mittwochmorgen zum Spielgruppentag erklärt. Eigentlich sollte das ganze auf einem Spielplatz stattfinden, aber da es an dem Morgen geregnet hat, sind alle zu uns gekommen (hatte Lori natürlich auch vorher gesagt). Lori und Jim hatten am Abend zuvor eine Schnitzeljagd vorbereitet, die ich dann mit den Kids machen sollte. Ich hab also die ganzen Hinweise und den großen Schatz am Ende der Suche (Süßigkeiten) schön versteckt bevor alle kamen. An dem Tag hatten wir insgesamt 9 Kids hier. Meine 3, dann Max Will, Olivia, Jackie, Nicole und Mark. Max ist mit seiner Oma Rose gekommen (sie ist quasi seine Nanny, passt jeden Tag auf ihn auf), Olivia und Jackie mit ihrem Vater Mike und Nicole und Mark mit ihrer Mutter Lisa. Will ist ein Freund von Max, den sie einfach mal so mitgebracht haben. ^^ Wir hatten also eine recht bunte Mischung. Au pair, Vater, Mutter und Oma. Alles dabei. :D Wie auch immer, die Schnitzeljagd war jedenfalls ein voller Erfolg!! Die Kids waren über eine Stunde beschäftigt und hatten ne Menge Spaß. :)
Beim Lösen eines Rätsels
"I fought for that flag!! And now I see you treating it like shit! That hurts!" Und so weiter und sofort. Sein Problem war also, dass er damals in Vietnam für die Flagge gekämpft hat und es nicht ertragen konnte zu sehen, dass wir sie einfach so "entehren". Mittlerweile starrte uns natürlich schon der komplette Laden an und man hörte nur Getuschel überall: "I know, I know, but they dont understand. They dont understand the meaning of the flag..." Blaa blaa blaa. Naja, wir waren erstmal alle total geschockt, dass wir ihn damit so sauer gemacht haben, weil da hatten wir uns echt überhaupt gar keine Gedanken drüber gemacht, dass manche Leute das vielleicht als verletzend empfinden könnten. So im Nachhinein denk ich mir, hätten wir da vielleicht vorher drauf kommen können, dass das nicht so ne gute Idee ist sowas in der Öffentlichkeit zu machen, wo wir doch wissen dass die Amis n bisschen eigen sind in Sachen Vaterlandsliebe und so. Und Coach hatte uns auch erst die Woche davor erzählt, dass er in Vietnam war und er hat uns sogar eine Schussverletzung im Bauch gezeigt...also wir hätten uns denken können, dass das eventuell nicht so gut ankommt, aber naja. Wir haben halt eben nicht drüber nachgedacht und das hatten wir davon. Nen Streit mit Coach. Ehrlich gesagt fand ich seine Reaktion aber echt übertrieben. Sein Satz "I fought for that flag" ist doch Quatsch. Er hat für sein Land gekämpft, aber doch nicht für diese Flagge. Diese Flagge, die wir da bemalt haben, ist eine $9,99 Flagge von Walmart. Aaaaber egal. Wir sind in Amerika, da ist das alles ein bisschen anders mit dem Nationalstolz. Den gibts ja in Deutschland so gut wie gar nicht. Und ich glaub auch nicht, dass das irgendwen jucken würde, wenn wer ne Deutschlandflagge bemalt. Wasever. Wir haben uns jedenfalls entschuldigt und versucht ihm zu erklären, dass wir nicht ahnen konnten, dass wir damit so nen Skandal auslösen, weil es in Deutschland diesen Patriotismus nicht gibt und dass die amerikanische Flagge für uns nichts weiter ist als ein Souvenir, dass sie für uns keine weitere Bedeutung hat und so weiter und sofort. Hat er dann auch verstanden und am Ende des Abends war wieder alles ok.
Ich hab dann am nächsten Tag mal Lori gefragt wie sie das so sieht (und ich hatte n bisschen Schiss, weil sie auch ne ziemliche Patriotin ist) aber sie sagte, dass es ihr relativ egal sei, was wir mit der Flagge machen. Wir wären ja schließlich keine Amerikaner und für uns hätte die Flagge keine Bedeutung. Wenn sie allerdings Amerikaner dabei sehen würde wie sie die Flagge bemalen, würde sie ähnlich reagieren wie Coach. Das schlimme ist ja, wir hatten ja Amis dabei und die haben beide nix gesagt. Weder Tim, noch Blondie. Ach ja, Brian war übrigens nicht da, weil er Verdacht auf Schweniegrippe hatte. ^^ Joa. Die beiden scheinen sich da also auch nichts bei gedacht zu haben. ^^ Aber Tim is eh kein richtiger Ami. Der findet Amerika doof, seitdem er vor 2 Jahren als Austauschüler für 2 Monate in Deutschland war und will so schnell wie möglich nach Deutschland ziehen. Er hat sie sogar den deutschen Bundesadler auf sein Schulterblatt tätowieren lassen.
Und die Moral von der Geschicht: Flaggen bemale besser nicht. :D
Hier noch völlig ahnungslos
Da war wieder alles ok. V.l.: Tim, Cori, Jenny, Blondie, Jenny, ich, Anne, Mareen und vorne: Coach
Wochenendbericht folgt.
Ciaoiii!!
Sich den Bundesadler auf die Schulter tätowieren zu lassen finde ich wesentlich merkwürdiger, als die amerikanische Flagge zu bemalen xD
AntwortenLöschenWobei ich den Satz "I fought for that flag" auch nicht so merkwürdig finde. Klar ist diese spezielle Flagge nur ein Souvenir, aber es ist nunmal ein Symbol. Schließlich verbrennt man auch keine Flaggen, ganz einfach weil man in der Regel Respekt vor dem hat, was sie repräsentieren. Und ich kann mir schon gut vorstellen, dass ein ehemaliger Soldat und Patriot in einer Bemalung eines solchen Symbols mangelnden Respekt sieht.